Marie Kollenrott: Rede zur Geothermie in Niedersachsen

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TOP 42 – Antrag (SPD/GRÜNE): Geothermie als erneuerbare Säule der Energie- und Wärmewende in Niedersachsen verankern

- Es gilt das gesprochene Wort -

Niedersachsen geht voran – der Stromsektor ist auf dem Weg zur Klimaneutralität. Aber daneben nehmen wir jetzt auch den Wärmesektor vermehrt in den Blick. Und zwar mit Geothermie – einem weiteren, bislang unausgeschöpften Potential Niedersachsens.

Und das ist wichtig, denn nach dem Hitzesommer ist vor dem Kältewinter. Der Hitzesommer kostete uns dieses Jahr über 15.000 Menschenleben und unsere Wirtschaft mindestens 36 Milliarden Euro. Der Kältewinter wird vor allem die treffen, die noch mit Öl und Gas heizen müssen und das sind rund drei Viertel der niedersächsischen Haushalte! Vielen Menschen droht ein Preisanstieg um 2000 Euro und mehr. Und auch unsere energieintensive Wirtschaft wird zahlen müssen, denn die Gasspeicher sind deutlich weniger gefüllt als in den Vorjahren um diese Zeit und das treibt die Kosten in die Höhe. Leider hat auch an dieser Stelle Frau Wirtschaftsministerin Reiche ihren Job nicht gemacht.

Geothermie – die Wärme, die unsere Erde kostenlos für uns speichert – entlastet uns langfristig finanziell, reduziert gefährliche Abhängigkeiten und gewährleistet uns flächendeckende Versorgungssicherheit in Wohngebieten, Gewerbe und Industrie – ganz im Gegensatz zu fossilen Wärmequellen. 

Damit ergänzen wir die Energiewende durch den Hochlauf der Erneuerbaren um eine weitere Säule: Die Wärmewende. In Niedersachsen sind wir auch hier weise vorangegangen und haben die kommunale Wärmeplanung verpflichtend verankert. Der Bund zog nach. Nun muss die Wärmeplanung konsequent weitergedacht und umgesetzt werden. Dabei nutzen wir die Potentiale, die uns unser Land zur Verfügung stellt: Sonne, Wind, Erdwärme. Niedersachsen ist ein Potentialgebiet und flächendeckend geeignet für Geothermie. 

Unsere Bevölkerung geht voran und macht uns im bundesvergleich zum Wärmepumpenland Nr. 1. Nun sind wir mitverantwortlich dafür Geothermie verfügbar zu machen, um auch größeren Quartieren und Industrien zu ermöglichen zu dekarbonisieren und damit dauerhaft Kosten zu senken, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit zu garantieren. Hier setzen wir mit dem Antrag zu Geothermie an und schaffen wertvolle Strukturen, die eine sichere, nahezu standortunabhängige und nachhaltige Perspektive für unsere Wärmeversorgung bietet.

Gemeinsam mit unserem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, dem LBEG, und dem deutschen Geothermischen Informationssystem (GeotIS) verfügen wir über wertvolles Datenmaterial zu geologischer Beschaffenheit und niedersächsischen Potentialen. Gemeinsam mit transformationswilligen Erdölkonzernen, die das Know-How mitbringen und Bestandsbohrungen nachnutzen können. Und gekoppelt mit niedersächsischem und anwendungsbezogenem Wissen, u.a. der TU Clausthal und den Beratungsangeboten zur Wärmewende der Expert*innen der Klimaschutz und Energieagentur Niedersachsen, sind wir ziemlich gut aufgestellt.

Mit diesen Strukturen schaffen wir die Sicherheit für den Hochlauf von Geothermie, sichern das Interesse von Investoren und die politische und erlangen finanzielle Sicherheit durch das Abfedern bestehender Fündigkeitsrisiken. Damit steigern wir die Effizienz der Wärmewende und schöpfen die Möglichkeiten regenerativer Energie voll aus. 

Mit der finanziellen Unterstützung des Bundes und einer aktiven Beteiligung des Landes Niedersachsen legen wir Meilensteine für verfügbare, bezahlbare und regenerative Wärme und stärken gleichzeitig Kompetenz, sichern Arbeitsplätze sowie die Grundlage für eine echte Wärmewende von der nicht nur Haushalte und Industrie profitieren, sondern der ganze Standort Niedersachsen. Insgesamt also wieder einmal eine Win-Win-Win-Situation für unser Land mit endlos verfügbarer, grundlastfähiger, erneuerbarer Energie.

 

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